Hallo zusammen,
ich melde mich erst einmal aus einem Kurzurlaub zurück.
Zitat:
Bauhof schrieb in
Beitrag Nr. 1403-1:
An Harti: Wenn man einen Punkt des Universums als Mittelpunkt auszeichnet, dann widerspricht das dem kosmologischen Prinzip, das da lautet:
Alle Plätze im Universum sind gleich
Kein Punkt des Universums ist auszeichenbar, insbesondere gibt es keinen Mittelpunkt des Universums. Und einen "ruhenden" Mittelpunkt schon gar nicht. Ebenso wenig wie einen "absoluten" Bezugspunkt im Universum. Auch nicht in Form des Urknalls. Der Urknall fand überall statt.
dies habe ich alles längst verstanden und ich habe auch keine Zweifel, dass die Wirklichkeit auf diese Weise zutreffend beschrieben wird. Mir ging es bei meiner Argumentation im Beitrag 1077-312 um etwas Anderes. Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass wir die Wirklichkeit nicht nur relativ, das heißt ohne
vorgestelltes Bezugssystem denken können. Wir brauchen z.B. auch bei der rein mathematischen Betrachtung von Bewegungsvorgängen ein Koordinatensystem. Ein solches Koordinatensystem gibt es in der Wirklichkeit nicht, wir müssen es uns aber vorstellen (denken), um die Realität erfassen zu können. Entsprechendes gilt im Prinzip für alle Denkmodelle über die Wirklichkeit, ob sie Ballonmodell oder wie immer heißen. In diesem Sinne halte ich ein Bezugssystem für denknotwendig.
Dass wir auch in der SRT nicht ohne ein solches
gedachtes Bezugssystem auskommen, will ich an einem Gedankenexperiment zu erläutern versuchen.
Ich stelle mir eine Taschenlampe vor, die die an beiden Enden einen Scheinwerfer hat. Ich schalte diese Taschenlampe ein und in entgegengesetzter Richtung verlassen zwei Lichtstrahlen die Taschenlampe. Die Lampe befindet sich waagerecht vor mir. Im Lichtstrahl, der nach links geht, befindet sich das Photon A, im Lichtstrahl, der nach rechts geht, befindet sich das Photon B.
Bei rein relativistischer Betrachtung wäre es möglich, eine Relativgeschwindigkeit zwischen den Photonen A und B anzugeben. Dies ist nicht möglich; denn welche Geschwindigkeit soll dies sein ? Ich muss mir die Taschenlampe ( den damit verbundenen Beobachter) als Bezugssystem vorstellen (denken), um für beide Photonen feststellen zu können, dass sie sich jeweils mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Um Missverständnissen vorzubeugen. Ich bin nicht der Meinung, dass die Taschenlampe (und der Beobachter) in der Wirklichkeit, das heißt im Verhältnis zu anderen Objekten der Wirklichkeit, ruhen müssen (Postulat der SRT). Ich muss mir allerdings die Taschenlampe im Verhältnis zu den Photonen A und B als ruhend
denken, weil ich sonst keine konkrete Geschwindigkeit für die Photonen (das Licht) angeben kann. Dies erklärt im Übrigen bei relativistischer Umkehr der Betrachtung, indem ich annehme, dass das Licht ruht, dass sich sämtliche Objekte der Wirklichkeit im Verhältnis zum als ruhend angenommenen Licht mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Dieser Gedanke wurde ja bereits an anderer Stelle geäußert. Auch dabei wird deutlich, dass ich
rein gedanklich ein Bezugssystem brauche, in diesem Fall das als ruhend angenommene Licht.
Meine Frage in Bezug auf das Thema lautet also nicht " Wo
ist der Mittelpunkt des sich ausdehnenden Universums (Wirklichkeit), sondern wo muss man sich diesen Mittelpunkt
vorstellen (Denkwelt).
Ich hoffe, ich habe meine Gedanken deutlich machen können.
MfG
Harti
Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. A.E.
Bearbeitet von Harti am 25.05.2009 um 13:13 Uhr.