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Relativität ??!! Unvorstellbar

Thema erstellt von James 
Beiträge: 99, Mitglied seit 10 Jahren
Hallo zusammen,
ich habe aus diversen anderen Treads erfahren, dass sich das Licht immer relativ zu jemandem oder etwas mit v = c bewegt. Ist euch ja auch sicherlich bekannt. Nur weiß ich nicht ganz wie ich mir das vorstellen kann.
Sagen wir mal, Person A sitzt auf einem Lichtphoton, und sieht ein weiteres an ihm mit v=c vorbeifliegen. Für eine, zu A ruhenden, Person B sind aber beide Lichtphotonen gleichschnell. Ich weiß es ist alles relativ, und es gibt keinen absolute Ort und auch keine absolute Zeit, aber... ist irgendwie nicht vorstellbar, oder?
Ich muss sogar sagen es klingt unlogisch, also wie kann das denn sein?


mfg, James
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Hi James,
Phantasie ist schneller als Licht und läßt auch Reisen in die Vergangenheit zu, aber
Licht ist kein Bezugssystem und so ist die Vorstellung , man säße auf einem Energiepaket und bewege sich in Lichtgeschwindigkeit, irreal.

Licht kann nicht kucken und wäre man in der Lage mit Lichtgeschwindigkeit zu reisen, könnte man warscheinlich auch nichts von der uns bekannten Welt sehen.

Materie kann nicht in LG reisen, weil es dann keine Materie mehr ist. Siehe Funkwellen Fernsehbilder ...
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Beiträge: 2.993, Mitglied seit 11 Jahren
Hallo James

schwer vorstellbar, aber das Stichwort heißt Zeitdelation
Je schneller sich ein Objekt bewegt, desto langsamer vergeht für dieses Objekt die Zeit.

Außerdem krümmt sich der Raum, d.h. er verkürzt schich scheinbar aus der Sicht des bewegten Beobachters.

Du siehst, relativ, eine Strecke von 300 000 km und für Dich vergeht, relativ, 1 Sekund, wenn das Licht diese Strecke passiert.
Einfach gesagt: c=300 000 km/s = 300 000 relative Km/relative Sekunde

Bauhof hat das in seinem Beitrag-Nr. 1266-1 Grundlagen der speziellen Relativitätstheorie gut erklärt.

Du mußt Dich allerdings intensiv mit dem Thema befassen, um es wirklich zu verstehen, denn die Relativitätstheorie ist nun mal kein leichtes Thema
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Beiträge: 1.228, Mitglied seit 11 Jahren
Hallo James,

Zeitdilatation und Längenkontraktion zu berechnen ist eine Sache, ein tieferes Verständnis dafür zu bekommen eine ganz andere.
Deinen Beiträgen entnehme ich, dass du dich noch nicht so lange mit der SRT beschäftigst. Würdest du behaupten, du hättest die SRT verstanden in dem Sinne: "klar, logisch, muss ja so sein", dann wärst du entweder ein Genie oder ein Spinner. Letzteres bist du offensichtlich nicht.
Ich beschäftige mich schon seit langem mit der SRT, ein tieferes Verständnis dafür hat sich bei mir erst nach Jahren so nach und nach eingestellt. Ein vollstes Verständnis dafür wird sich auch bei mir wohl nie einstellen und kann es wahrscheinlich auch nicht geben. Die Schwierigkeit besteht darin, dass wir die relativistischen Effekte im Alltag nicht erfahren, würden wir das, dann könnten wir sie sicherlich besser akzeptieren, aber nicht unbedingt besser verstehen.
Ein anderes Beispiel ist die Gravitation. Kein Mensch wundert sich darüber, dass alles, was nicht daran gehindert wird, zu Boden fällt, alle finden das irgendwie logisch. Wieso eigentlich? Wenn man näher darüber nachdenkt, sich mit der Gravitation befasst, kommt man schnell zu dem Schluss, dass das alles andere als selbstverständlich ist. Kein Mensch weiß eigentlich, was Gravitation ist und trotzdem wundert sich kaum einer darüber. Das liegt daran, dass wir im Alltag ständig mit den Auswirkungen der Gravitation konfrontiert werden und damit aufwachsen.

Mein Tipp:
gehe die SRT so an, wie du auch die Tatsache angehst, dass alle Gegenstände zu Boden fallen. Nimm das als selbstverständlich hin, was wir beobachten bzw. messen. Und das ist, was die SRT anbelangt, dass wir für das Licht immer die gleiche Geschwindigkeit messen unabhängig davon, ob wir dem Licht hinterhereilen oder von ihr weglaufen. Alles andere, die Zeitdilatation und die Längenkontraktion ergibt sich zwangsläufig daraus.

mfg okotombrok
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Hans-m schrieb in Beitrag Nr. 1321-3:
Bauhof hat das in seinem Beitrag-Nr. 1266-1 Grundlagen der speziellen Relativitätstheorie gut erklärt.

Du mußt Dich allerdings intensiv mit dem Thema befassen, um es wirklich zu verstehen, denn die Relativitätstheorie ist nun mal kein leichtes Thema

Hallo Hans-m,
ich kenne den Tread "Grundlagen der speziellen Relativitätstheorie". Ich habe ihn auch aufmerksam durchgelesen, und komme soweit mit dem Themeninhalt klar und glaube die SRT weitestgehend verstanden zu haben. Nur wurde noch nicht so direkt erwähnt, dass sich aus der SRT ergibt, dass man eigentlich nie genau sagen kann wo sich was befindet. Darauf bin ich erst gestoßen, als ich über dieses Thema vor kurzem mal nachgedacht habe. Es ist doch sogar so, dass jeder Mensch die Welt etwas anders wahrnimmt. Damit meine ich jetzt nicht von seinem empfinden her, sondern im Hinblick auf das, was er sieht. Klar der Mensch ist nicht in der Lage diese geringen Abweichungen ohne hochempfindliche Geräte zu bemerken, aber dennoch ist es so. Fast so als wäre jeder in seiner eigenen Welt.

Zitat:
Okotombrok schrieb in Beitrag Nr. 1321-4:
ein Mensch wundert sich darüber, dass alles, was nicht daran gehindert wird, zu Boden fällt, alle finden das irgendwie logisch. Wieso eigentlich? Wenn man näher darüber nachdenkt, sich mit der Gravitation befasst, kommt man schnell zu dem Schluss, dass das alles andere als selbstverständlich ist. Kein Mensch weiß eigentlich, was Gravitation ist und trotzdem wundert sich kaum einer darüber. Das liegt daran, dass wir im Alltag ständig mit den Auswirkungen der Gravitation konfrontiert werden und damit aufwachsen.

Hallo Okotombrok,
wo du recht hast, hast du recht. Ich weiß zwar was Gravitation ist, und wie sie sich auswirkt und alles mögliche noch, aber mir fällt auch kein direkter Grund ein, warum sie eigendlich da ist. Andererseits bin ich der Ansicht, wenn sie nicht da wäre wäre auch niemand da, der über sie nachdenken könnte...




Eine weitere Frage habe ich noch. Wie ihr sicher alle wisst, besteht Licht nichts aus Materie, weil sie keine Ruhemasse besitzt.
Nur kann man das so sagen? Ich meine die Definition über Masse müsste man meines Erachtens etwas einschrenken, denn danach würde Lichts aus Nichts bestehen. Genaugenommen, bewegt sich alles mit v=c die wird aber außer beim Licht erst durch die Unschärferelation erkennbar. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Ich meine Licht wird ja auch von Gravitationskräften beeinflusst. Also hat das Licht doch strenggenommen doch eine gewisse Maße. Auch wenn sie nicht gemessen werden kann.
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James schrieb in Beitrag Nr. 1321-5:
Es ist doch sogar so, dass jeder Mensch die Welt etwas anders wahrnimmt. Damit meine ich jetzt nicht von seinem empfinden her, sondern im Hinblick auf das, was er sieht. Klar der Mensch ist nicht in der Lage diese geringen Abweichungen ohne hochempfindliche Geräte zu bemerken, aber dennoch ist es so. Fast so als wäre jeder in seiner eigenen Welt.

Genau genommen hast Du recht, Wir Menschen, und letztendlich alle Dinge im Universum, unterliegen permanent anderen Bedingungen. Wir beschleunigen, bewegen uns mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, unterliegen wechselnden Gravitationen usw. Das heißt letztendlich, jeder Mensch bildet sein eigenes Inertialsystem, das im Zeit-Raum-Empfinden von den anderen abweicht.
Zitat:
Eine weitere Frage habe ich noch. Wie ihr sicher alle wisst, besteht Licht nichts aus Materie, weil sie keine Ruhemasse besitzt. .....Ich meine Licht wird ja auch von Gravitationskräften beeinflusst. Also hat das Licht doch strenggenommen doch eine gewisse Maße. Auch wenn sie nicht gemessen werden kann.

Licht hat eine Masse, wenn auch keine Ruhemasse. Und Licht ist gleichzeitig Energie.(Welle)

Aber nach Einstein ist E=m*C2 Energie kann sich in Materie umwandeln und umgekehrt und für beide gelten die gleichen Bedingungen, also auch die Gravitation.
Wenn nicht, so könnte man ein Perpetuum-Mobile bauen.

Mann nehme eine beliebige Masse, von z.B 1 Kg, wandle sie in Energie um, bringe sie auf einen hohen Berg, wandle sie wieder in Materie um und nutze die potenzielle Energie.
Daraus erkenn man, daß auf Masse und Energie die gleichen Kräfte wirken müssen.

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Beitrag zuletzt bearbeitet von Hans-m am 11.12.2008 um 09:18 Uhr.
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James schrieb in Beitrag Nr. 1321-5:
Eine weitere Frage habe ich noch. Wie ihr sicher alle wisst, besteht Licht nichts aus Materie, weil sie keine Ruhemasse besitzt. Nur kann man das so sagen? Ich meine die Definition über Masse müsste man meines Erachtens etwas einschrenken, denn danach würde Lichts aus Nichts bestehen. Genaugenommen, bewegt sich alles mit v=c die wird aber außer beim Licht erst durch die Unschärferelation erkennbar. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Ich meine Licht wird ja auch von Gravitationskräften beeinflusst. Also hat das Licht doch strenggenommen doch eine gewisse Maße. Auch wenn sie nicht gemessen werden kann.
Hallo James,

ein Lichtteilchen (ein Photon) hat zwar keine Ruhemasse, aber eine träge Masse. Deshalb wird das Licht auch im Gravitationsfeld abgelenkt. Das kann aber nur für den Fall so formuliert werden, wenn man die Newtonsche Sichtweise zugrundelegt.

In der modernen Sichtweise "besteht" das Licht nicht aus Nichts, sondern aus Energie, die nach Max Planck wie folgt quantifiziert wird: E=h•f, wobei h das Plancksche Wirkungsquantum und f die Frequenz des Lichts ist. Nach Einstein wird das Licht nicht durch Gravitationskräfte abgelenkt, sondern es folgt automatisch einer "Geodäte", die durch die Krümmung der vierdimensionalen Raumzeit vorgezeichnet ist.

Zwischen der Newtonschen Sichtweise und der Einsteinschen Sichtweise wurde durch das Experiment zu Gunsten Einstein entschieden, denn die Einsteinsche Sichtweise stimmt besser mit den Messwerten überein. Auf Einzelheiten will ich hier nicht eingehen, das wird bei der Erörterung der ART zur Sprache kommen.

Mit freundlichen Grüßen
Eugen Bauhof

P.S.
Du glaubst, dass du die SRT weitestgehend verstanden hast. Beim SRT-Thread will ich als nächstes das Einsteinsche Zwillingsexperiment behandeln. Ist dir bei diesem Gedankenexperiment bereits klar, warum das Ergebnis so ist, wie es ist? Wenn ja, dann schildere es doch im SRT-Thread und nenne auch die Gründe dafür.

Übrigens: Der Physiker in deiner Signatur heißt John Archibald Wheeler, nicht Wheelers. Er ist kürzlich verstorben.
Signatur:
Der Kluge lernt aus allem und von jedem,
der Normale aus seinen Erfahrungen,
und der Dumme weiß alles besser.
Sokrates.
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Beiträge: 32, Mitglied seit 11 Jahren
Guten Morgen, alle:

James schrieb in Beitrag Nr. 1321-1:
...und sieht ein weiteres an ihm mit v=c vorbeifliegen...
James:
Ein Photon, das mit c an mir vorbei fliegt, kann ich mir durchaus vorstellen.

Aber...
...
(ehm)
...
?
...
??
...
wie kann ich es sehen ?

:-)

MfG Roderic

Beitrag zuletzt bearbeitet von Roderic am 16.12.2008 um 06:58 Uhr.
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Roderic schrieb in Beitrag Nr. 1321-8:
James:
Ein Photon, das mit c an mir vorbei fliegt, kann ich mir durchaus vorstellen.

Aber...
wie kann ich es sehen ?
Hallo Roberic,
mal davon abgesehen, dass man etwas wie ein Photon mit dem Menschlichenauge nicht sehen kann, kann man es, wäre es groß genug durchaus sehen, denn seit Einstein wissen wir, dass sich das Licht immer mit v=c bewegt. Dass heißt auch wenn ich mich mit v=c bewege, bewegt sich da Licht zu immer noch mit einem Geschwindigkeitsunterschied von c.
Das bedeutet, dass ich meine Umgebung genauso sehen kann wie wenn ich mich normal auf der Erde bewege. ( mal davon abgesehen, dass unser Gehirn eine so große Menge an Bildinformationen warscheinlich nicht verarbeiten könnte. )
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"Zeit ist, was verhindert, dass alles auf einmal passiert"
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Ich meinte:
Ein Lichtquant kann ich schon sehen,
wenn es eine Sehzelle in meinem Auge trifft.
Aber eins, daß an mir vorbeifliegt, das kann ich nicht sehen.
Es existiert nicht einmal für mich.
Erst wenn es woanders einen Rezeptor trifft, dort eine Reaktion auslöst und dessen Ergebnis dann zu meinen Standort weitergeleitet wird, wird es für mich existent.

MfG Roderic
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