Hallo zusammen,
Wir erkennen die Dreidimensionalität unserer Erlebniswelt nur deshalb als dreidimensional, weil wir als Beobachter und die verwendeten Messmittel selbst dreidimensional sind. Unsere Sinnesorgane können zum Beispiel keine 11-Dimensionalität erkennen.
Ob der 3D-Raum (im Sinne Okotombroks) real ist, sei ersteinmal völlig dahin gestellt. Aber in unserer menschlichen Vorstellung (Anschauung) "verorten" wir üblicherweise drei Folgen von Koordinaten zu Richtungen (Dimensionen), und insgesamt zu einem statischen 3D-Gebilde, welches wir in unserer Alltagssprache "Raum" nennen.
Würden wir messen, dass die Leuchtkraft einer Kerze unabhängig von ihrer Entfernung konstant bleibt, so wäre das ein eindeutiger Hinweis auf einen eindimensionalen Raum.
Würden wir hingegen messen, dass sich die Leuchtkraft einer Kerze sich mit doppeltem Abstand halbiert, so wäre das ein eindeutiger Hinweis auf einen zweidimensionalen Raum.
Da wir aber eindeutig feststellen/messen, dass sich die Leuchtkraft einer Kerze mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt, zeigt, dass wir in einem dreidimensionalen Raum leben.
Die zusätzlichen Dimensionen der Stringtheorie haben m.E. mit den üblichen Raumdimensionen wenig zu tun, sondern bezeichnen eher die Möglichkeiten von Zuständen elementarer Elemente. (das ist aber lediglich meine laienhafte unfundamentierte Vorstellung)
In Abweichung davon definiert Einstein mit "Zeit ist, was Uhren anzeigen" einen vom allgemeinen Sprachgebrauch abweichenden Zeitbegriff der "reinen Dauer" also ohne Kausalität.
Albert Einsteins Zitat:" Zeit ist das, was man an der Uhr abliest." war die unbefriedigende Antwort auf die Frage des Kirchenvaters Augustinus: "Was ist also Zeit? wenn mich niemand danach fragt, weiß ich es; will ich es einem Fragenden erklären, weiß ich es nicht."
Für mich bedeutet Einsteins Zitat nichts anderes, als dass die Zeit eine physikalische Größe ist, die wir mit einem Messgerät, einer Uhr, einen Wert im Vergleich zu einer Einheitsgröße zuweisen können. Einstein zeigt damit, dass eine darüber hinausgehende Interpretation im Sinne von Kant's "Ding an sich" dem Menschen nicht möglich ist.
Aus dem Zitat Aussagen über z.B. Dauer und Kausalität abzuleiten, halte ich für unangebracht.
Hier wird oft geschrieben die Zeit hat ja eine Richtung … ist deshalb eine Dimension. Hat sie physikalisch leider nicht
Mit dem Wort hat (eine Richtung) wird suggeriert, eine Richtung der Zeit (Zeitpfeil) existiere allgemeinverbindlich, also sowohl für den allgemeinen Sprachgebrauch wie für den Bereich der Physik, z.B. für die SRT.
Dem ist nicht so. Der Zeitbegriff ist allgemeinsprachlich und physikalisch unterschiedlich vorzustellen/zu definieren.
Nach allgemeiner Lehrmeinung ergibt sich eine Richtung der Zeit durch den 2. Hauptsatz der Thermodynamik.
Die Zukunft ist die Zeitrichtung, in der die Entropie zunimmt. siehe Wiki "Zeitpfeil".
Darüber hinaus denke ich, dass allein kausal zusammenhängende Ereignisse eine Zeitrichtung aufzeigen.
Noch nie hat jemand beobachtet, dass eine Bombe erst nach seiner Explosion gezündet wurde.
Sowohl Messungen während eines thermodynamischen Ausgleichsprozesses als auch jegliche Messungen kausaler Zusammenhänge weisen eine eindeutige Reihenfolge aus. Diese Reihenfolge im Sinne von vorher und nachher, von früher und später kann ich nicht anders interpretieren als eine Richtung von . . . ja, von was eigentlich, wenn nicht vom zeitlichen Ablauf?
In der Quantentheorie nun gibt es Ereignisse, in der Ursache und Wirkung vertauscht zu sein scheinen. In sogenannten Delayed-Choice-Experimenten kommt es zur sogenannten verzögerten Quantenwahl. Wird z.B. bei einem Interferenzversuch der Weg eines Teilchens gemessen, so zeigt das Teilchen ein anderes Verhalten als ohne Messung, selbst dann, wenn die Messung erst zeitlich nach der Detektion des Teilchens erfolgt.
Delayed Choice
Erreichen wir eine Kreuzung, so müssen wir uns, bevor wir die Kreuzung passieren können, entscheiden, welchen Weg wir einschlagen wollen – rechts, links oder geradeaus. Ein Elektron kann die Kreuzung passieren und sich erst im Nachhinein für einen bestimmten Weg entscheiden.
Das wäre ein Argument dafür, dass die Zeit keine Richtung hat. (mich wundert, dass noch keiner von Euch das Argument angeführt hat)
Nun gilt die "verzögerte Quantenwahl" allerdings nur für Elementarteilchen, also nicht für Mehrteilchensysteme.
Es scheint so, als dass eine Zeitrichtung nur im Makrokosmos von Bedeutung ist. Das zeigt sich deutlich auch bei thermodynamischen Prozessen.
Daraus kann gefolgert werden, dass die Zeitrichtung eine Folge emergenter Prozesse darstellt.
mfg okotombrok
"Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können"
(Francis Picabia)