Im Beispiel mit Beschleunigungen wechselt dieselbe Raketenuhr von S‘ nach S‘‘. Im Beispiel ohne Beschleunigungen bleiben die Raketenuhren in ihren Systemen, und es ist die Information der Uhrzeit am Punkt des Zusammentreffens von A und B, die von S‘ nach S‘‘ wechselt.
Weil in dem Literaturbeispiel die Information der Uhrzeit - UHRZEIT - wechselt. Jeden weiteren Kommentar erspare ich mir.
So, oder so ähnlich hatte ich das in meiner Zeichnung dargestellt und beschrieben. Du scheinst aber zu vergessen, obwohl du es selber erwähnst, dass die Übertragung der Information ohne Beschleunigung vonstatten geht, was du bislang bezüglich der sich ergebenen Zeitdifferenz beflissentlich abgestritten hast.
Thomas und Claus haben schlüssig gezeigt, und mich überzeugt, dass es noch einfacher geht, ohne jegliche Übertragung von einem Inertialsystem in ein anderes.
Es reicht aus, dass alle Kontrahenten ihre Uhrzeit bzw. deren verstrichenen Eigenzeiten bei den jeweiligen Treffen notieren, Schwarz auf Weiß, als Fakt.
Es ist nicht einzusehen, dass beim Vergleich dieser Aufzeichnungen etwas anderes herauskommen sollte als alle anderen Beschreibungen des ZP's mit Beschleunigungen und/oder Inertialsystemwechsel.
Und noch was.
Deine Links zur Untermauerung deiner Überzeugungen in allen Ehren.
Es wäre aber sehr hilfreich, direkt die Textpassagen zu nennen oder zu zitieren die relevant sind für dein Anliegen. So muss man nicht seitenweise lesen und selber herausfinden, auf welche Textpassage du dich wohl beziehst.
Hier eine Erläuterung von Joachim Schulz speziell zu unserem Thema:
http://scilogs.spektrum.de/quantenwelt/nicht-die-be...
Besonders zu beachten der letzte Absatz zum Maryland-Experiment
Zitat:
Wäre die Zeitdilatation ein Effekt von Beschleunigung, so müsste er auf den Wendebögen der Flugzeuge besonders ausgeprägt sein, denn da erfahren die Uhren eine zusätzliche Zentrifugalbeschleunigung im Flugzeugsystem. Der Gravitative Effekt müsste schwächer sein, denn die Gravitation ändert sich nur mit 1/r², während sich das Potential deutlich stärker mit 1/r ändert.
Du fragst immer nach der Ursache bzw. einer Erklärung der Zeitdilatation. Das kann die Physik nicht beantworten.
Die Physik ist eine Erfahrungswissenschaft, man beobachtet und beschreibt und kann dadurch seine Vorhersagen machen.
Die Zeitdilatation wie die Längenkontraktion und die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit ergeben sich durch die Struktur der Raumzeit, wie sie anschaulich im Minkowskiraum dargestellt werden kann, und diese ist nun 'mal so wie sie ist. Warum weiß der Teufel oder Gott.
Und noch was:
Zitat von Henry-Dochwieder:
Aber weiterhin viel Spaß mit deinen Rechenoperationen - wenigstens die sind nämlich richtig. Wenn auch per Zufall.
Die Wahrscheinlichkeit eines Zufalls geht wohl gegen Null, sonst würd ich Lotto spielen.
Aber wenn die Berechnungen keine Relevanz haben sollten, und nur so kann ich dein Statement interpretieren, macht Physik keinen Sinn mehr.
Die Mathematik ist die Sprache der Physik. Geht sie nicht konform mit den eigenen Vorstellungen, sollte man diese überdenken.
mfg okotombrok
P.S.: Joachim Schulz ist nicht irgendein Blogger – googeln wenn unbekannt.
So, einige werden „not amused“ sein, denn ich bin wieder am Ball, war nur ein wenig auf´s Krankenlager geworfen.
Okotombrok
Ich übersehe und ignoriere mitnichten! Wie ich schon wiederholt zugegeben habe, kommt es auf eine Beschleunigungsphase gar nicht an, die kann beliebig klein gehalten werden (wenn auch nur rechnerisch und nicht in natura). Weshalb also hackst du immer wieder darauf rum? In Bezug auf das Flugzeug habe ich nichts anderes behauptet, wenn ich in meiner Antwort an Ernst von einem Bogen schrieb, so war das ein permanenter Bogen, der Bogen im Flugzeugexperiment ist aber im Vergleich zur gesamten Flugstrecke zu sehen, und damit kann er vernachlässigt werden.
Auch wenn es mit der Logik bei einigen hapert, hier noch einmal eine logische Zusammenfassung der unabdingbaren Voraussetzungen für das Zwillingsexperiment.
Das gesamte Experiment ist ein Zeitexperiment (schließlich geht es um die Verlangsamung der selben). Um Zeit zu messen, müssen Uhren benutzt werden, am sinnvollsten wären „natürliche“ Uhren, wie z. B. der regelmäßige Wechsel von Energieniveaus in Cäsium-Atomuhren.
Weiterhin muss ein grundlegendes Inertialsystem definiert werden, z. B. der auf längere Sicht unveränderte Fixsternhintergrund. Das ist nichts anderes als ein Koordinatensystem, vor dessem Hintergrund die Inertialsysteme definiert werden, die für entsprechende Experimente von Bedeutung sind, also z. B. die Erde und div. Raumschiffe. Der Koordinatenursprung liegt sinnvoller Weise auf dem System „Erde“.
Um vergleichbare Aussagen über Zeitabläufe machen zu können, müssen Uhren synchronisiert werden. UND es müssen identische Uhren sein, um auszuschließen, dass die Zeitabläufe nicht aufgrund mechanischer Unterschiede der Uhren zustande kommen. AUSSERDEM muss ein gemeinsamer, zeitlicher Nullpunkt gesetzt werden, der wieder sinnvoller Weise im Koordinatenursprung liegt, also auf der Erde.
Das Experiment startet mit zwei Varianten. Entweder, das Raumschiff startet von der Erde bzw. aus einer Umlaufbahn, nachdem die Uhren synchronisiert wurden, was für das eigentliche Gedankenexperiment zutrifft. Dann ist JEDES Raumschiff nach dem Start und einer beliebig kurzen Beschleunigungsphase ein ANDERES Inertialsystem als die Erde, es hat in Bezug auf c eine andere Geschwindigkeit als die Erde. DANN läuft die Zeit im Raumschiff langsamer ab, als auf der Erde, und zwar wegen v/c.
ODER die Uhren werden NACH dem Start synchronisiert. Dann gehen aber wegen der Gleichwertigkeit der Inertialsysteme die Uhren nur in Bezug auf das jeweils andere Inertialsystem langsamer. Das heißt, von der Erde oder von einem Raumschiff S (A) aus gemessen geht die Uhr im Raumschiff S(B) langsamer, aber die Uhren der Erde bzw. in Raumschiff S(A) gehen auch von Raumschiff S(B) aus gemessen langsamer – weil alle drei Systeme sich als in Ruhe befindlich betrachten können, UND weil ihre Uhren synchronisiert wurden, UND weil nun KEIN Wechsel des Inertialsystem vorliegt.
Das Experiment bzgl. der drei „Beobachter“ macht nur dann Sinn, wenn alle Uhren VOR dem Start synchronisiert wurden. Man achte auf die Feinheiten: Es heißt hier nicht, dass die Uhren während des Vorbeifluges synchronisiert werden, sondern dass die Uhrzeiten abgeglichen werden, das ist etwas ganz anderes! Die Uhren in A und B gehen bereits langsamer. Würden sie nicht bereits langsamer gehen, würde sich daran nichts, aber auch gar nichts ändern, nur weil UHRZEITEN abgeglichen werden. Auch jetzt können sich alle Uhren als in Ruhe befindlich betrachten, aber die Uhren in A und in B haben das Inertialsystem NACH der Synchronisation gewechselt, die Uhren gehen in Bezug auf die Erde langsamer, weil sie WEGEN des Wechsels eine größere Geschwindigkeit v haben, und nur dann ist die Zeitdilatation NICHT in Bezug auf das jeweils andere System zu beobachten, sondern nur auf A und B.
Und nicht die Übertragung der Information von der Erde oder von B auf A ist der Wechsel des Inertialsystems, sondern A und B SIND bereits andere Inertialsysteme.
Wenn ich nach der „Ursache“ der Zeitdilation frage, so in dem Sinne, was die Ursache einer Bewegung ist, also z. B. ein Motor, und nicht die Frage nach dem, was nun die Kraft als solche ist.
In dem Sinne ist es der Wechsel des Inertialsystems. Auch, wenn es langsam nervend wird: Der Grund, warum der reisende Zwilling langsamer altert, liegt nicht an der Beschleunigungsphase, sondern daran, dass sich sein Raumschiff (sein Inertialsystem) näher an c befindet, als die Erde, das sagt v/c aus. Es ist aber nur deshalb keine wechselseitig zu messende Zeitdilatation, weil das Raumschiff das Inertialsystem gewechselt hat. Und ein Raumschiff muss nun mal beschleunigen, um das zu tun.
Und wenn ich nicht immer einzelne Textzeilen zitiere, so bist du das beste Beispiel dafür, dass es sich lohnen könnte, mal einen gesamten Text zu lesen und nicht nur, was einem genehm ist. Aber vielleicht hast du kein Interesse an inhaltlichen Zusammenhängen.
Und da ich immer mal wieder auf alte Fehler hingewiesen werde: DU hast mal behauptet, die Gravitation wäre nicht ursächlich für die Kernfusion in Sternen. Davon hast du dich nie distanziert. Das nur mal als Beitrag zum Thema Lernbereitschaft.
MfG
Henry
Das Leben ist zu ernst, um es nur ernst zu nehmen.