oh, hier hat sich ja wieder einiges getan:
Zitat:
Die Zeit ist insofern subjektiv, indem jeder seine eigene Zeit hat. Beispiel, jemand (A) hört einen Schuss aus 10m Entfernung, ein anderer(B) ist 10km weit weg. Für A ist der Schuss schon Vergangenheit, während er für B noch in der Zukunft liegt.
Richtig. Das ist meine Vorstellung von der "subjektiven Wahrnehmungsrealität". Ich kann mich also doch noch irgendwie verständlich ausdrücken *g*
Zitat:
Wenn Du schreibst die Vergangenheit und Zukunft können wir nicht wahrnehmen aber sie existieren, halte ich das immer noch für eine wenig stichhaltige These
Es ist ein Modell. Beweisen kann ich es natürlich nicht, nur unterlegen. Ich halte es derzeit für das Beste Erklärungsmodell um der Relativität der Realität (wasn Wort) zu begegnen.
Zitat:
Denn heruntergebrochen auf ein Subjekt liegt eben auch das Ding hinter ihm in seiner Zukunft, wenn er sich umdrehen wird oder seiner Vergangenheit, wenn er einfach weiterläuft. Man könnte also die ganze Zeit auf einer Stelle stehen und sich drehen und Vergangenheit-Zukunft spielen, aber nimmt man dabei Zeit wahr?
Sehr richtig. Das Objekt hinter ist ebenfalls Zukunft oder Vergangenheit, wenn ich es nicht wahrnehmen kann.
Aber diesen Vergleich musste ich bemühen um einigermaßen verständlich zu machen, was ich mit meinem "zeitlichen Blickfeld" meine. Aber an sich ist es dasselbe.
Zitat:
Gedankenexperiment: Jemand sitz in einem Abgeschlossenen Raum ohne Licht, Wahrnehmnug ist nicht möglich. Kann er die Zeit bestimmen?
Das Hirn im Tank. Abgetrennt von jeglichem Input. Ist vielleicht ein besseres Beispiel.
Allerdings verstehe ich den Zusammenhang mit meinem Denkmodell nicht ganz. Laut meinem Denkmodell existiert ja überhaupt keine Zeitwahrnehmung. Die derzeitigen Eindrücke werden lediglich mit den Erinnerungen abgeglichen.
Zitat:
Woraus lässt sich denn Deiner Meinung nach auf die Existenz der Zeit schließen?
Aus der Unterschiedlichkeit unserer Wahrnehmung und unserer Erinnerungen.
@Andre:
Oh, danke. Das war ein Fehler von mir. Die Gleichzeitigkeit wurde von Einstein verworfen. Daher habe ich ihm auch die Ablehnung der Gottesperspektive zugeschrieben.
Zitat:
Zeitpunkte sind bestimmte Materiekonstellation.
Ein kleiner Schönheitsfehler ist hier aber die Heisenbergsche Unbestimmtheitsrelation...
Oh. Da fährst du aber hartes Geschütz auf. Ich glaube aber nicht, dass sie meiner Anschauung wesentlich widerspricht. Sie relativiert diese nur ein wenig.
@Tomm:
Zitat:
Die Gottesperspektive ist ein solcher, da es Gott mangels Dreideimensionalität auch an einer Perspektive mangelt, denn er ist per definitionem "allgegenwärtig".
Die "Gottesperspektive" hat mit Gott eigentlich nichts zu tun...abgesehen davon, dass sie so heißt.
Zitat:
Diese Trennung zwischen subjektiver und Wahrnehmungsrealität ist willkürlich, meine ich. Eine Erinnerung ist auch eine Wahrnehmung. Die Behauptung, sie sei weniger real, weil sie sich auf die Vergangenheit bezieht und nicht zu den Sinneseindrücken gehört, die jetzt von außen auf mich einwirken, teile ich eben nicht.
Du musst mich falsch verstanden haben. Ich stimme dir in jedem Punkt zu. Ich trenne nicht zwichen subjektiver Realität und Wahrnehmungsrealität - ich vereine sie: in der "subjektiven Wahrnehmungsrealität". Diesen Begriff habe ich schon mehrfach verwendet.
Erinnerungen sind Wahrnehmungen - volle Zustimmung. Wenn ich irgendwo zwichen Erinnerung und wahrnehmung untertschieden habe, dann meinte ich mit Wahrnehmungen 'alle Wahrnehmungen außer den Erinnerungen'.
Sie sind genau so real wie alle anderen Eindrücke. Aber ich begreife sie trotzdem als Teil der derzeitigen Wahrnehmungsrealität - sie sind genauso 'derzeitig' wie das was wir sehen.
Inwiefern du das Bewustsein als Eindruck verstehst kann ich nicht ganz nachvollziehen was du meinst. Möglicherweise haben wir unterschiedliche Bewusstseinsbegriffe.
Für mich ist das Bewusstsein das, worauf die Eindrücke einwirken - demnach ist es also selbst kein Eindruck.
Zitat:
Nachdem du das Gebilde der Eindrücke beschrieben hast, willst du dann zu einem ähnlichen Gebilde für die Zeit kommen. Nur ist im Raumzeit-Kontinuum die Zeit ja schon enthalten
Nein. Die subjektive Wahrnehmungsrealität kennt kennt Zeit. Sie ist lediglich ein Eindruck der Gegenwart + die Erinnierungen. Erst durch einen abstrahierenden Prozess gelangen wir zu dem Schluss einer 'Zeit'.
Zitat:
Und was du damit bezweckst im Sinne einer neuen Erkenntnis oder einer besseren Beschreibung der Wirklichkeit als die bisher verfügbaren Modelle, das kapiere ich schlicht und ergreifend nicht.
Ich kenne kein anderes Modell, das die Subjektivität unserer Umwelt so sauber in die Welterklärung eingliedert.
>Warum sollte der Mensch, im Rahmen seiner beschränkten evolutionären Entwicklung, geistige Fähigkeiten entwickelt haben, um komplexe temporale Paradoxien korrekt zu erfassen?