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Speziell: was sind die 99,9% Nichts eines Atoms ?

Thema erstellt von SAD END 
Beiträge: 30, Mitglied seit 16 Jahren
Nur ganz kurz:

Ich habe gelesen, dass 99,9% eines Atoms eigentlich nichts sind, also kein Atomkern und kein Elektron.

Nicht gelesen (Sauerei!) habe ich, was denn dann diese 99,9% Nichts sind. Drängt sich da irgendwas rein oder
ist da Nix oder was?

Das ist mir wichtig, da ich immer dachte Nichts wäre kein Raum.

Bitte um sachdienliche Hinweise und sage dem Schlaubi vorab vielen Dank.

SAD END
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Glück ist ein Werbegeschenk des Erfolgs
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Beiträge: 48, Mitglied seit 15 Jahren
Nichts ist halt Etwas mit ohne was drin :)
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Frank
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Beiträge: 1.177, Mitglied seit 16 Jahren
Hallo Sad End

Zitat: "Das ist mir wichtig, da ich immer dachte Nichts wäre kein Raum."

Na ja... die Aussage, das Atom würde zu 99% aus Nichts bestehen beruht eher auf einer anschaulichen Vorstellung von einem Atom und der damit verbundenen Feststellung, dass fast die gesamte Masse auf einen winzigen Punkt konzentriert ist und ein Elektron darum schwirrt.
Aber es ist ja nicht tatsächlich so, dass ein Atom einem Planetensystem gleicht, also einem Massepunkt, der von einem Elektron umkreist wird. ;)

Ich halte das einfach nur für eine recht populäre Metapher... so wie manche die Relativitätstheorie mit "Alles ist relativ" ironisieren - natürlich ist das Quatsch.

Solche Aussagen beruhen fast immer auf persönlichen Vorstellungen und Interpretationen eines Menschen.
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Beiträge: 331, Mitglied seit 16 Jahren
Diese Interpretatation beruht auf Rutherford.

Als Model "kleines Planetensystem" besteht ein Atom zu (ich schaue mal lieber nach)
Wahnsinn, schwupp, ich habe einfach zufällig eine Seite aufgeschlagen (Luzifers Vermächtnis, Frank Close), genau die Richtige. S. 159. So ein Zufall.
99,999 999 999 999 9% eines Atoms ist nichts. Nur was ist nichts?

Hint:
Phillipp Lenard, Kathodenstrahlen durchdringen Atome.
Zitat: Der Raum, der von einem Kubikmeter harten Platins engenommen wird, ist so leer wie der Raum der Sterne außerhalb unserer Erde"

Viele Grütze;-)
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Beiträge: 53, Mitglied seit 16 Jahren
Etwas ist mir dann doch noch nicht klar.....

Handelt es sich bei diesem "nichts" einfach um leeren Raum, also Vakuum?
Wenn ja, Sollte man dann nicht annehmen, dass zum Beispiel Licht durch feste Gegenstände hindurch scheinen könnte, da sehr viel leerer raum im Verhältnis zu sehr wenig Teilchen doch nur eine stark begrenzte Abpralloberfläche bietet....

oder wie oder was???!
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Vor dem Universum ist nach dem Universum
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Beiträge: 16, Mitglied seit 15 Jahren
Im Prinzip muss man doch sagen, dass alle Elementarteilchen als punktförmig angesehen werden und somit keinerlei Ausdehnung haben. Somit ist ein Atom nicht zu 99,9% Nichts, sondern zu 100%!
Das führt natürlich zu der Frage, was Materie dann überhaupt ist bzw. ausmacht?
Signatur:
Wenn Theorie und Realität nicht übereinstimmen, muß entweder die
Theorie oder die Realität geändert werden. Das erste nennt man
Wissenschaft, das zweite Religion.
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Beiträge: 726, Mitglied seit 16 Jahren
Hier kommen mehrere Dinge zusammen.

Zunächst einmal: Selbst beim klassischen Modell ist nicht wirklich "nichts" zwischen Atomkern und Elektronen, sondern das elektromagnetische Feld dieser Teilchen, das, wie wir spätestens sein Maxwell wissen, durchaus ein eigenständiges "etwas" ist (bzw. zu Maxwells Zeiten glaubte man noch, daß es Verspannungen und Wellen in einem "etwas" wären, das man Äther nannte – allerdings wäre dann auch "etwas" im Atom zwischen den Teilchen, nämlich der Äther).

Natürlich wissen wir inzwischen, daß das Atom durch die klassische Mechanik nicht korrekt beschrieben werden kann, und in der Quantenmechanik füllen die Elektronen in gewissem Sinne den ganzen Raum im Atom aus (wenngleich nicht in dem Sinne, daß sie über das Atom verteilt wären: Wenn man ihren Ort bestimmt, dann verhalten sie sich durchaus wie "punktförmige" Teilchen, also Teilchen, deren Ausdehnung zumindest unter der Grenze des heute Meßbaren liegt). Das elektromagnetische Feld existiert natürlich weiterhin.

Dann zur Lichtdurchlässigkeit: Zunächst einmal muß man feststellen, daß es ja tatsächlich feste Materie gibt, durch die Licht hindurchkann, z.B. Glas. Des weiteren kann man bei elektromagnetischen Wellen mit größerer Wellenlänge (z.B. Radiowellen) feststellen, daß sie auch z.B. durch ein löchriges Metall nicht durchkommen, solange die Löcher kleiner sind als die Wellenlänge (die Welle kann sozusagen ein Loch nicht erkennen, das zu klein ist). Sichtbares Licht hat eine Wellenlänge von 400 bis 750 nm, Atome haben einen Durchmesser von rund 0,1 nm. Das heißt, das sichtbare Licht kann Strukturen, die kleiner sind als rund 4000 Atomdurchmesser, gar nicht auflösen; für die Lichtdurchlässigkeit spielt insofern keine Rolle, wie voll oder leer ein Atom ist. Extrem kurzwelliges "Licht" (Röntgen- und Gammastrahlen) durchdringt ja in der Tat die meisten Materialien viel besser als sichtbares Licht.

Was allerdings für die Lichtdurchlässigkeit eine Rolle spielt, sind Eigenschaften des Festkörpers, wie z.B. mögliche Schwingungen des Kristallgitters. Wenn solche Schwingungen passend zur Lichtfrequenz existieren, dann kann das Licht diese Schwingungen anregen (das Licht wackelt an den Atomen, und die dafür benötigte Energie geht dem Licht verloren) und wird dabei reflektiert oder absorbiert (abhängig davon, ob die Energie wieder als Licht zurückgegeben wird - dann aber möglicherweise in eine andere Richtung), oder ob sie auf andere Weise verbraucht wird (indem sie auf andere Gitterschwingungen übertragen wird und letztlich zur Erwärmung des Festkörpers beiträgt).

Bis hierher braucht man übrigens noch nicht mal Quantenmechanik. Die braucht man nur (neben der Erklärung, warum überhaupt Atome existieren, aus denen man Festkörper aufbaut) um zu erklären, wie genau ein Festkörper schwingen kann.

Unabhängig davon kann das Licht auch Elektronen anregen (also anschaulich: an Elektronen wackeln). Das funktioniert besonders gut in Metallen, in denen die Elektronen frei beweglich sind, deshalb sind Metalle immer lichtundurchlässig.

Ein schönes Beispiel für die "Leere in den Atomen" sind übrigens die Neutrinos: Diese haben eine ziemlich kurzreichweitige Wechselwirkung (die sogenannte schwache Wechselwirkung), und deshalb sind für sie die Atome effektiv tatsächlich "leer": Der größte Teil der Neutrinos von der Sonne geht durch die Erde hindurch, ohne überhaupt etwas davon zu merken.
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Beiträge: 8, Mitglied seit 15 Jahren
Ich denke, das Nichts ist einfach ein Vakuum. Licht kann aus dem einfachen Grund nicht hindurchscheinen, da sich sowohl das Elektron als auch das gesamte Atom in andauernder Bewegung befindet. Wenn du jedoch ein Material sehr dünn machst, wirst du erkennen, dass immer mehr Licht hindurchscheint.
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Beiträge: 331, Mitglied seit 16 Jahren
Wenn Licht das gleiche ist wie Röntgenstrahlung, so wie uns gelehrt wird, dann kann erstens das was wir sehen nicht eine objektive Realität sein und zweitens bestehen wir alle zum größten Teil dann aus Nichts.
Klingt irre, oder?
Falls da etwas sein sollte, anstelle von Nichts. Dann kann man davon ausgehen, dass es alles im Universum durchdringt.
So wie ein Nichts das ganze Universum durchdringen könnte. Oder das Higgsfeld.
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Beiträge: 11, Mitglied seit 15 Jahren
Ich finde man sollte den Begriff „Nichts“ nicht so oft durch die Gegend schmeißen. Die Mystifizierung des Nichts habe ich noch nie verstanden. Nichts ist ein Konstrukt! Es gibt es nicht. Gäbe es das Nichts, dann würde das Etwas vor dem Nichts und das Etwas nach dem Nichts direkt nebeneinander sein – Zwei Grenzen fallen aufeinander. Der Titel der Diskussion sollte deshalb umgeschrieben werden: Was sind die 99,99% eines Atoms die nicht Elektron oder Kern sind.
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