Guten Morgen, es ist wieder Zeit,
auf Seite 2 (
Beitrag-Nr. 705-29) schrieb Tom drei Aussagen auf, welche für ihn mit absoluter Gewißheit wahr seien. Ich zitiere sie in Kursivschrift, meine diesbezüglich vorgeschlagenen Präzisierungen und Ergänzungen erfolgen in Normalschrift.
"... 1.Ich weiß, daß ich existiere. ..."
Mein Vorschlag: 1. Etwas weiß, daß eine Ich-Empfindung existiert.
"... 2.Es war und ist immer nur jetzt. Meine Vergangenheit erlebte ich nur im jetzt, die Erinnerung daran ist nur jetzt. ..."
Mein Vorschlag: 2. Etwas weiß, daß eine Vergangenheits-Empfindung existiert.
"... 3.Alles, was ich mir vorstelle, was NICHT hier und jetzt und NICHT in der Wahrnehmung existieren könnte, ist wiederum nur eine Vorstellung hier und jetzt in meiner Wahrnehmung. ..."
Mein Vorschlag: 3. Etwas weiß, daß Empfindungen existieren.
VIERTENS:
Etwas weiß, daß die Welt mindestens aus Empfindungen besteht, und zwar aus mindestens zwei an der Zahl; sprich: Die Welt ist mannigfaltig, sie ist aufgebaut aus Unterschieden, das ist gewiß!
Begriffserläuterung:
Der Begriff Empfindung setze ich hier nicht mit dem Begriff Gefühl gleich. Während ein Gefühl ein Meßvorgang mit vermeintlichen Fühlern ist, also eine Wechselwirkung zwischen Objekt und Subjekt darstellt, das heißt, spekulativen Wert hat; ist die Empfindung hingegen ein nicht näher erklärbares Phänomen, welches in sich Objekt und Subjekt zugleich ist (quasi keines von beidem ist). Empfindungen können, müssen aber nicht, von Gefühlen verursacht sein. Die Herkunft der Empfindungen ist Spekulation (so wie die Kausalität überhaupt). Empfindungen wie Salzigkeit oder Bläue brauchen keinen Empfänger um zu sein (kein Ich und dergleichen), denn diese Empfindungen sind sich selbst; ebenso ist das Ich nicht näher erklärbar; denn auch das Ich ist kein Subjekt, sondern das Ich ist eine
Empfindung!: nämlich die Ich-Empfindung. -- Empfindungen sind, wenn sie existieren, unabhängig von dem Dualismus-Problem von Realität versus Illusion. Dieses Problem stellt sich ihnen nicht. Einen Piepston kümmert es nicht, ob er real oder illusorisch ist; wenn es piepst, dann piepst es so und nicht anders. -- Wo wir gerade dabei sind: Was ermöglicht zunächst die Existenz einer Ich-Empfindung? Na, die Existenz einer Fremd-Empfindung ermöglicht dies. Deren Existenz, sei sie real oder illusorisch, stellt den Unterschied zur Ich-Empfindung her, und damit ist die Existenz zweier Empfindungen hergestellt (in diesem Beispiel die Ich- und die Fremd-Empfindung). Gäbe es eine Seite dieser Zweigestaltigkeit nicht, so gäbe es auch nicht deren andere Seite.
Vielleicht sollten wir dafür besser einen neuen Faden aufmachen.
Cheers,
|-|ardy